Qualifikation zur WM in Katar und die WM-Auslosung

Dino Mecani

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Angesichts der Abschlusstabelle der Qualifikationsgruppe „C“ kann man feststellen, dass die Schweiz in diesem Zyklus hervorragend gespielt hat. So war es allerdings nicht ganz, denn unsere Jungs haben in den drei schwierigsten Spielen keine Siege geholt. Die Qualifikation ohne Niederlage und mit nur zwei Gegentoren zu beenden, ist jedoch lobenswert, zumal einer der Rivalen der amtierende Europameister war.

Analyse alle Qualifikationsspiele der Nati

Bulgarien – Schweiz 1:3

Es begann mit einem potenziell unangenehmen Besuch in Bulgarien. Diese Nationalmannschaft ist weit von ihrem früheren Glanz entfernt, kann aber immer Probleme bereiten. Diesmal war dies jedoch nicht der Fall. Ein furioser Start der Nati und drei erzielte Tore bis zur 12. Spielminute verdrängten alle Sorgen und kündigten einen eventuell erfolgreichen Qualifikationszyklus an. Embolo, Seferovic und Zuber stellten den bulgarischen Gastgeber mit drei Toren gleich am Start kalt.

Schweiz – Litauen 1:0

Das zweite Spiel, nur drei Tage nach dem Auswärtsspiel in Sofia, hätte deutlich leichter werden müssen. Logischerweise rechnete man mit einem sicheren Sieg in St. Gallen. Wieder ein furioser Start und ein Tor von Shaqiri in der 2. Minute. Zu diesem Zeitpunkt dachte noch niemand daran, dass dies das Endergebnis sein könnte. Bis zum Schluss fehlte es nicht an Dominanz, wohl aber an Toren. Somit wurde der Schlusspfiff des Schiedsrichters mit Spannung erwartet, um den zweiten Sieg zu feiern.

Schweiz – Italien 0:0

Der erste ernsthafte Test dieser Qualifikationen war das Aufeinandertreffen mit dem Europameister Italiens in Basel Anfang September 2021. Die Azzurri waren bekannterweise die größten Konkurrenten im Kampf um den ersten Platz. Aus diesem Grund war dieses Spiel ein großer Kampf um jeden Ball. Man muss zugeben, dass die Nati in einer untergeordneten Position war und Italien die Oberhand hatte. Torhüter Sommer wurde zum Helden des Spiels, da er zu Beginn der zweiten Halbzeit Jorginhos Elfmeter verteidigte. G. Xhaka, Shaqiri und Embolo verpassten dieses Spiel und es ist ja bekannt, wie viel sie unserer Mannschaft bedeuten. Dadurch, aber auch wegen dem genannten Elfmeter, war das torlose Remis ein mehr als gutes Ergebnis. Der Weg zum ersten Platz war noch offen.

Nordirland – Schweiz 0:0

Wenn Italien der größte Anwärter auf den ersten Platz war, dann war Nordirland definitiv der zweitunangenehmste Gruppengegner. Eine solide, defensiv aufgestellte Nationalmannschaft, stets bereit zur Kontergefahr und vor allem zu Hause gefährlich. Das Auswärtsspiel in Belfast folgte nur vier Tage nach einem harten Kampf mit dem Europameister Italien. Bei diesem Belfast-Gastauftritt war die Schweiz erneut stark geschwächt. G. Xhaka, Shaqiri und Embolo fehlten erneut, auch Zuber startete nur von der Ersatzbank. Nichtsdestotrotz hatten unsere Spieler die Oberhand, obwohl diesmal das Glück den Gegner begünstigte. Haris Seferovic verwandelte keinen Elfmeter in der 33. Minute und noch einige andere Chancen wurden nicht genutzt. Der Gegner schaffte jedoch keinen einzigen gefährlichen Torschuss abzufeuern. Die Abwehr spielte auf höchstem Niveau, die Stürmer scheiterten erneut und das war das zweite torlose Remis in Folge.

Schweiz – Nordirland 2:0

Einen Monat nach dem Auswärtsspiel in Belfast, folgte das Rückspiel mit Nordirland in Genf. Der Sieg war ein Muss zu diesem Zeitpunkt. Zwei torlose Remis waren ein Zeichen, dass sie von der ersten Minute an auf einen Sieg spielen müssen. Zakarias Tor wurde gleich zum Spielbeginn aberkannt. Die Dominanz hielt an und gegen Ende der ersten Halbzeit stand den Gästen ein Spieler weniger auf dem Spielfeld. Das nutzte Zuber aus und ging mit einem knappen Vorsprung in die Pause. Mit einem Spieler mehr in der zweiten Halbzeit dominierte die Schweiz vollständig, aber der Sieg wurde erst in der Nachspielzeit bestätigt. Ersatzspieler Fassnacht erzielte nämlich ein Tor, mit der zweiten Torvorlage von Emboli, der somit erfolgreich ins Team zurückkehrte.

Litauen – Schweiz 0:4

Das objektiv leichteste Auswärtsspiel kam nach drei Spielen ohne Gegentore. Da war die Stimmung recht gut, da drei Tage zuvor Nordirland besiegt wurde. Das hätte in Vilnius bestätigt werden müssen. Das einzige Manko war das Fehlen von Seferovic, der auch das zweite Spiel gegen Irland verpasste. Deshalb machte Embolo mit tollen Spielen weiter und erzielte nach zwei Torvorlagen zwei Tore und zwar in der ersten Halbzeit. Auch Steffen traf, sodass die Nati mit einem satten Drei-Tore-Vorsprung in die Pause ging. In der zweiten Halbzeit Routinearbeit und ein weiteres Tor von Gavranovic für den sicheren Sieg vor dem wichtigsten Qualifikationsspiel in Italien

Italien – Schweiz 1:1

Schon vor Beginn der Qualifikation ging man davon aus, dass dies das entscheidende Spiel im Kampf um Platz eins werden könnte. Die beiden Kontrahenten hatten die gleiche Punktzahl und es war klar, dass der Sieger am Ende der Erste sein wird. Unsere Mannschaft war erneut geschwächt, denn es fehlten wieder mal die besten Stürmer, Seferovic und Embolo, aber auch Zuber und G. Xhaka. Viel Hoffnung wurde in die starke Abwehr gesetzt, die in den ersten sechs Spielen nur ein Gegentor kassierte. Und gerade Abwehrspieler Widmer erzielte bereits in der 11. Minute den Führungstreffer. Die Torvorlage kam von Okafor, der durch das Fehlen der bereits erwähnten Embolo und Seferovic eine Chance im Angriff bekam. Die Italiener glichen am Ende der ersten Halbzeit aus und man erwartete somit eine schwierige zweite Halbzeit. Unsere Jungs haben anschließend besser gespielt, als im Hinspiel, aber ganz am Ende des Spiels wurde den Azzurri ein Elfmeter zugesprochen. Wieder Sommer vs. Jorginho, wobei der Einsatz diesmal viel größer war. Diesmal musste Yann nicht eingreifen, denn der Italiener schoss über das Tor. Am Ende blieb es dann 1:1. Man muss zugeben, dass die Schweiz erneut Glück hatte, das sie sich jedoch mit einem mutigen und kämpferischen Spiel verdient hat. Nach dem 1:1-Remis blieben die beiden Teams punktgleich, doch vor der letzten Runde hatte die Nati einen psychologischen Vorteil und eine heftige Chance.

Schweiz – Bulgarien 4:0

Alles begann und endete mit den Bulgaren. Vor dem letzten Gruppenspiel wollten sie einen möglichst überzeugenden Sieg erzielen, um am Ende die bessere Tordifferenz als Italien zu haben. Die Schweiz war um zwei Tore schlechter, was daran lag, dass die Italiener ein unangenehmes Auswärtsspiel in Nordirland hatten. Wir brauchen Tore, aber Embolo und Seferovic fehlten wieder. Viel Nervosität in der ersten Halbzeit, die torlos endet. Es war klar, dass in der zweiten Halbzeit auf alles oder nichts gespielt wird. Okafor traf gleich zum Beginn der zweiten Tabellenhälfte und Vargas kurz darauf, sodass es mit dem 2:0 viel einfacher war. Die Offensive in Luzern ging weiter, sodass zwei Tore von Gavranovic und Itten wegen Abseits aberkannt wurden. Am Ende trifft Itten noch, aber das Endergebnis stellt Freuler in der Nachspielzeit fest. Mit diesem 4:0 durfte Italien Nordirland mit nicht mehr als zwei Toren Unterschied schlagen, um den Jubel der zwölften WM-Teilnahme einzuläuten. Das Spiel in Belfast endete torlos, sodass sich herausstellte, dass selbst ein knapper Sieg gegen Bulgarien ausgereicht hätte. Auf diese Weise war es jedoch sympathischer und die Schweiz gewann den ersten Platz mit 18 gewonnenen Punkten, fünf Siegen, drei Remis, keiner Niederlage, 15 erzielten Toren und gerade mal zwei Gegentoren.

Die WM-Auslosung

An dieser WM nehmen 32 Nationalmannschaften teil, die in acht Gruppen mit je vier Mannschaften aufgeteilt sind. Die beiden Besten jeder Gruppe kommen ins Achtelfinale und dann beginnt die K.O.-Phase bis zum Finale. Bei der Auslosung wurden die Nationalmannschaften in Lostöpfe gesetzt, je nachdem, welche Position sie zu diesem Zeitpunkt in der FIFA-Rangliste einnahmen.

Dadurch wurde natürlich vermieden, dass mehrere starke Mannschaften in derselben Gruppe spielen. Es war auch nicht möglich, dass mehr als zwei europäische Nationalmannschaften in der gleichen Gruppe spielen. Bei der halbdurchgeführten Auslosung war es außer dem bereits erwähnten Europa nicht möglich, zwei Nationalmannschaften desselben Kontinents in der Gruppe zu finden. Nichtsdestotrotz erwarten uns schon in der Gruppenphase einige sehr interessante Begegnungen.

Interessante Spiele in allen Gruppen

Gruppe E sticht mit den Ex-Weltmeistern Deutschland und Spanien, sowie Japan und Costa Rica hervor.

In der Gruppe F befinden sich das starke Belgien, Zweiter der FIFA-Rangliste und der aktuelle Vize-Weltmeister Kroatien, neben Kanada und Marokko. Diese beiden Gruppen „kreuzen“ sich im Achtelfinale und wenn es keine Überraschungen gibt, bekommen wir zum Auftakt der WM-K.O.-Phase zwei große europäische Duelle.

Die Hauptfavoriten der Gruppe A sind sicherlich die Niederlande. Außenseiter in dieser Gruppe ist Gastgeber Katar, wobei Senegal oder Ecuador überraschen könnten.

In der Gruppe B sind die Engländer der große Favorit und es erwartet uns das Inselderby gegen Wales und ein hochbrisantes Spiel zwischen den USA und dem Iran.

In der Gruppe C sind die Argentinier die Favoriten, die es gegen Polen und das stets unangenehme Mexiko sicherlich nicht leicht haben werden. Saudi-Arabien ist der Außenseiter dieser Gruppe.

Zwei europäische Nationalmannschaften sind die Favoriten der Gruppe D. Der amtierende Weltmeister Frankreich ist der erste Favorit, aber auch Dänemark ist nicht ohne. Tunesien und Australien sind Nationalmannschaften, die auf eine Überraschung hoffen.

Am stärksten dürfte die Gruppe G sein, wo unsere Schweiz gegen Brasilien, Serbien und Kamerun antreten wird.

In der Gruppe H, in der die Gruppenfavoriten Portugal und Uruguay spielen, könnte es viel Aufregung geben. Da sind auch die immer potenziell unangenehmen Ghana und Südkorea.